Eine Integrationslotsin für den Landkreis Coburg

Die Zeit der großen Flüchtlingswelle 2015 ist uns allen noch gut in Erinnerung geblieben. Insbesondere auch, weil die Zeit damals durch eine sehr intensive Willkommenskultur und eine breite Hilfsbereitschaft der Menschen geprägt war, die den Flüchtlingen das Ankommen in Deutschland erleichtern wollten. Obwohl mittlerweile die Flüchtlingsströme deutlich weniger geworden sind, nehmen die Aufgaben die die vielen ehrenamtlich engagierten Helfer vor Ort haben, jedoch nicht ab: Sie kümmern sich tagtäglich darum, dass die Integration der vielen Menschen anderer Nationalität, die jetzt bei uns leben, gelingt. Sie sorgen dafür, dass die Kinder in der Schule klar kommen, dass die Eltern mit anderen Eltern und Familien Kontakt aufnehmen können und dass zum Beispiel Behördenbriefe verstanden werden. Dies alles tun sie nach wie vor ehrenamtlich in ihrer Freizeit. Die Helferkreise sind somit der erste wirkliche Kontakt für die Geflüchteten mit unserer Gesellschaft und unserer Kultur. Für eine gelingende Integration zu sorgen, ist die zentrale Aufgabe, vor der wir gesamtgesellschaftlich stehen. Deswegen ist das unermüdliche Engagement der vielen Ehrenamtlichen auch weiterhin unersetzlich und ohne diese kann eine erfolgreiche Integration in Bayern nicht gelingen.
Auf Grund dessen hat das Bayerische Staatsministerium des Inneren und für Integration eine Förderung von hauptamtlichen Integrationslosten in den Landkreisen und kreisfreien Städten in Bayern geschaffen, mit dem vorrangigen Ziel die Rahmenbedingungen der Helferkreise zu verbessern. Gefördert werden die Stellen vorerst bis 2020 und mit maximal 60.000€ im Jahr.
Als einer der ersten hat der Landkreis Coburg die Chance wahrgenommen und stellte noch Ende 2017 den Antrag, damit die Helferkreise für ihre neuen Aufgaben auch weiterhin Unterstützung erhalten. Denn ging es am Anfang darum den Start und die ersten Schritte zu gestalten, zielt die Integration auf das langfristige Zusammenleben in unserer Gesellschaft ab. Landrat Busch freut sich sehr, heute den Förderungsbescheid in den Händen halten. Die Integrationslotsin des Landkreises ist seit 1. März Melina Hartung. Ihre Aufgaben bestehen darin, die Helferkreise und ehrenamtlich Tätigen zu unterstützen und zu koordinieren. Sie fungiert somit als Helfer der Helfer. Die bisher sehr gut geleistete Arbeit im Bereich Asyl soll durch sie noch weiter vernetzt werden. Mit der Stelle der Integrationslotsin gibt es somit nun eine zentrale Ansprechpartnerin für die Gemeinden, die Helferkreise und die Geflüchteten zum Thema Integration. In den vergangenen Monaten konnte Melina Hartung schon mit einigen Helferkreisen Kontakte knüpfen und ist sehr beeindruckt von dem sehr stetigem Einsatz: „Es macht mir sehr viel Freude den Helferkreisen mit Rat und Tat beiseite stehen zu dürfen, denn das Engagement das da von den Ehrenamtlichen geleistet wird, ist nach wie vor bewundernswert".