Landrat Michael Busch zum Modellvorhaben der Raumordnung

Interview mit Landrat Michael Busch

 

Sehr geehrter Herr Landrat, warum beteiligt sich der Landkreis am Modellvorhaben der Raumordnung „Lebendige Regionen“?
Schon seit 2012 haben wir mit dem Vorgängerprojekt, dem „MORO Regionale Daseinsvorsorge“ gute Erfahrungen mit den Modellvorhaben des Bundes gemacht. Sie geben uns die Chance, dass wir uns losgelöst vom Tagesgeschäft, in der Region strategisch und nachhaltig mit relevanten Themen der Landkreisentwicklung beschäftigen können.
Wir haben im letzten MORO, das sich mit der regionalen Daseinsvorsorge beschäftigt hat, viele interessante Erkenntnisse gewonnen und konkrete Konsequenzen aus dem MORO gezogen.
 
Beispielsweise?
 
Es ging im letzten MORO insbesondere um die Konfrontation mit den Folgen des demographischen Wandels für die Region. Die Bevölkerung im Landkreis nimmt ab und wird älter. Wir haben gemeinsam mit den Akteuren in den kreisangehörigen Städten und Gemeinden diese Entwicklung offen thematisiert und eine Regionalstrategie erarbeitet, die konkrete Handlungsempfehlungen z.B. für die Bereiche Mobilität, Schulen, Ärztliche Versorgung, Nahversorgung und Senioren beinhaltet.
Die Handlungsempfehlungen des ersten MORO werden jetzt im Landkreis Stück für Stück umgesetzt, beispielsweise im Bereich Gesundheit anhand eines Hol- und Bringdienstes zur ärztlichen Bereitschaftspraxis und eines Stipendiatenprogramms. Diese Förderung hat zum Ziel, dass Nachwuchsmediziner in die Region kommen, um dem bereits sichtbaren Ärztemangel entgegenzuwirken. Das MORO hat durch die Fördermittel aus dem Bund und dem Engagement in der Region sehr viel Gutes im Coburger Land angestoßen.
 
Und was erwarten Sie sich vom neuen Modellvorhaben?
 
Das MORO "Lebendige Regionen" behandelt diesmal ja zwei brandaktuelle Themen, da es sich mit Integration und kommunalen Finanzen auseinandersetzt. Nachdem wir im letzten MORO auf die gesamte Vielfalt der Themen der Daseinsvorsorge eingegangen sind, wagen wir jetzt sozusagen eine Tiefenbohrung und widmen uns ganz konkreten Fragen:
Wie kann Integration im ländlichen Raum gelingen? Welche Voraussetzungen sind notwendig, damit Menschen bei uns im Landkreis heimisch werden können? Wie kann die große Aufgabenfülle der Kommunen in Zukunft –in schrumpfenden Regionen- überhaupt finanziert werden? Welche Finanzierungsquellen kann es dafür geben, die wir bisher noch nicht ausprobiert haben?
 
Ganz schön viele Fragen – gibt es schon Antworten?
 
Naja, das MORO hat gerade erst begonnen (lacht). Eine Antwort ist sicherlich das MORO selbst. Nur wer sich frühzeitig agierend mit den Entwicklungen auseinandersetzt, statt einfach nur abzuwarten, wird die Herausforderungen der Zukunft meistern. Das MORO ist erneut im Planungsstab Landkreisentwicklung bei unserer Sozialreferentin Martina Berger angesiedelt, von dort gehen wir in den Dialog mit den Städten, Gemeinden und Akteuren der Integrations- und Finanzpolitik im Landkreis, um in den nächsten Jahren tragfähige Strategien zu entwickeln.  
Dabei bauen wir auf die Unterstützung der gesamten Regionen, die schon dafür gesorgt hat, dass das vergangene MORO zu einem Erfolgsprojekt werden konnte.
Damit Sie auf dem Laufenden bleiben, haben wir diese Website ins Leben gerufen. Dort erhalten Sie alle Informationen zum Fortschritt des MORO.