Brand- und Katastrophenschutz
Nachwuchsgewinnung
verstärken
Zusammenarbeit und
Kooperationen ausbauen
Strukturen anpassen -
Traditionen respektieren
Zur Sicherung des notwendigen Personalbestands müssen Mitgliedergewinnung und Nachwuchsarbeit oberste Priorität haben. Deshalb sollen zukünftig weitere Zielgruppen angesprochen und integriert werden, wie beispielsweise Frauen, Zugezogene und Menschen mit Migrationshintergrund. Um diese Menschen zu erreichen, ist eine zielgruppengerechte und kultursensible Öffentlichkeitsarbeit notwendig. Zudem sollte eine Zusammenarbeit mit Kindergärten und Grundschulen weiter ausgebaut werden, um so bereits vor Vollendung des zehnten Lebensjahres kindgerecht an die Aufgaben und Tätigkeiten der Feuerwehren heranzuführen und frühzeitig das Interesse an einer Mitarbeit zu wecken. Entsprechende Aktionen in Schulen, Kindergärten etc. bieten sich als Plattform an, um Kinder und Jugendliche direkt zu erreichen. Es müssen Lösungsansätze gefunden werden, wie durch Formen der interkommunalen Zusammenarbeit und Kooperation Synergien und Wirtschaftlichkeitsreserven erschlossen werden können. Die Zusammenarbeit zwischen Kommunen und Wehren vor Ort ist unerlässlich, um die Herausforderungen der Zukunft zu meistern. Notwendige Strukturen können beispielsweise durch eine Spezialisierung der Ortsfeuerwehren, eine Abstimmung von Ausbildung und Beschaffungen (insbesondere von Sonderfahrzeugen, Spezialtechnik und Spezialausstattung) oder auch die Bildung von „Brandschutzverbänden" geschaffen werden. Im Bereich der Bereitschaften soll die Zusammenarbeit verstetigt werden: Die gleichberechtigte Zusammenarbeit der Organisationen ist für die Sicherstellung der bestmöglichen Versorgung der Bevölkerung elementar. Dies hat in der Vergangenheit gut funktioniert und muss auch zukünftig durch regelmäßige Übungen und Kontakte sichergestellt werden. Die Arbeit der ehrenamtlichen Feuerwehrkameradinnen und Feuerwehrkameraden kann nicht hoch genug geschätzt werden. Aufgrund der Bevölkerungsentwicklung sind Strukturanpassungen bei den Feuerwehren allerdings unausweichlich. Die soziale Bedeutung von Freiwilligen Feuerwehren für die Ortsentwicklung muss zwingend berücksichtigt werden - sie darf aber nicht im Vordergrund stehen. Wichtiger für die Diskussion um Anpassungsmaßnahmen ist es, die Qualität der einzelnen Wehren (technische Ausstattung, Spezialisierung, Qualifikationen), ihre Funktion im örtlichen und überörtlichen Brandschutz sowie ihre Attraktivität, gemessen an der Mitgliederentwicklung, einzubeziehen.
     
Ehrenamtliche entlasten
Ehrenamt würdigen
Bereitschaftsdienste bei Anschaffungen unterstützen
Das Ehrenamt wird auch zukünftig die tragende Säule des Feuerwehrwesens bilden. Um die Leistungsfähigkeit der Wehren zu sichern und um auch die Tagesalarmsicherheit zu gewährleisten, dürfen die Ehrenamtlichen jedoch nicht überfordert werden. Die Aufgaben der Feuerwehren müssen deshalb auf die klassischen Kernaufgaben beschränkt werden: Die Rettung von Menschenleben muss im Vordergrund stehen. Eine Konzentration auf die Kernaufgaben trifft ebenso auf die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer der Bereitschaften zu. Die Arbeit der ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer der Bereitschaften wird durch administrative Aufgaben sowie die Erfordernis zur Mittelbeschaffung für Investitionen und Verbrauchsmaterial gebunden. Im Jahr 2012 wurden 11.000 Stunden hierfür aufgebracht. Diese Zeit muss in die originären Aufgaben der Bereitschaften wie Ausbildung und Fortbildung eingebracht werden. Die Helferinnen und Helfer müssen, wo es nur geht, entlastet werden, um ein hohes Motivationsniveau aufrecht zu erhalten. Ehrenamtlich Tätige, egal ob in der Feuerwehr oder in Hilfsorganisationen, leisten einen bedeutsamen Beitrag zur Sicherheit und Ordnung in unserer Gesellschaft. Sie stehen zu jeder Zeit, ob Tag oder Nacht, ob Werktag, Wochenende oder Feiertag, im Alarmfall zur Verfügung. Zusätzlich nehmen sie eine zentrale Rolle in der Zivilgesellschaft ein. Dieses ehrenamtliche Engagement ist nicht selbstverständlich und muss anerkannt und gewürdigt werden. Deshalb ist es wichtig, eine Anerkennungskultur zu etablieren, die nicht vor Ort endet, sondern bis in die Bundesebene (z. B. durch Steuervergünstigungen für im Brand- und Katastrophenschutz Tätige) reicht. Diese Anerkennung ist ein Schlüsselinstrument, um Erfolge aufzuzeigen und Freiwillige zu motivieren. Anerkennung darf daher nicht zu kurz kommen. Durch die immer größer werdende Bedeutung präklinischer Versorgung von Patientinnen und Patienten müssen die Bereitschaften mit dem medizinisch-technischen Fortschritt Schritt halten. Die dabei entstehenden Anschaffungskosten können die Bereitschaften nicht mehr alleine tragen und bedürfen in diesem Bereich Unterstützung, beispielsweise durch entsprechende Abrechnungsmodi für Geräte- und Materialeinsatz.
     
Ehrenamtskonforme
Ausbildung ermöglichen
Gesellschaft sensibilisieren
 
Die Helferinnen und Helfer der Bereitschaften und des Katastrophenschutzes müssen seitens der Politik Ausbildungsrichtlinien bekommen, die konform mit dem Ehrenamt und den zeitlichen Möglichkeiten sind. Umgestaltung und Nivellierung von Ausbildungsinhalten darf nicht zu einem Verlust des ehrenamtlichen Potenzials führen. Die Bereitschaften sind breit in der Gesellschaft verankert. Um dies auch zukünftig zu gewährleisten, muss die gesamte Gesellschaft für den ehrenamtlichen Aufgabenbereich der Bereitschaften und Wasserwachten sensibilisiert werden. Durch diese Sensibilisierung müssen beispielsweise Mitbürgerinnen und Mitbürger mit Migrationshintergrund auch für die Aufgaben der Katastrophenschutzeinheiten der Bereitschaften angesprochen werden. Zudem muss der drohenden Überalterung entgegengewirkt werden.