Gesundheit und ärztliche Versorgung
Ärztehäuser und Gemeinschaftspraxen als Zukunftsmodelle unterstützen
Niederlassungen durch gute
Rahmenbedingungen fördern
Ärztehäuser und Gemeinschaftspraxen, die mehrere Gemeinden versorgen, sind die Zukunftsmodelle der ärztlichen Versorgung im ländlichen Raum. Durch sie können Synergien im Praxisablauf geschaffen und die Standortqualität erhöht werden, um so Arztpraxen auf dem Land zu halten und Wiederbesetzungen wahrscheinlicher zu machen. Sie bieten zudem für das wachsende Potenzial weiblicher Medizinerinnen die entsprechenden Rahmenbedingungen, um Familie und Beruf besser vereinbaren zu können. Im Rahmen der Szenarienberechnung wurden mögliche Standorte identifiziert, die für die Patientinnen und Patienten gute Erreichbarkeit sichern. Die Kommunen können ihrerseits unterstützen, indem sie entsprechende Gebäude zur Verfügung stellen, die zentral gelegen und gut erreichbar sind. Wo Ärztinnen und Ärzte oder Arztfamilien über eine Niederlassung im ländlichen Raum nachdenken, spielen verschiedene Standortkriterien eine Rolle. Wichtig sind sofort verfügbare Kindergarten- bzw. Krippenplätze sowie im besten Fall eine Kinderbetreuung in den Tagesrandzeiten, da Arztpraxen meist früh öffnen und spät schließen. Ebenso wichtig sind ganztägige Schulangebote. Da oft nicht beide Elternteile Ärztinnen und Ärzte sind, ist es auch für den Ehepartner/die Ehepartnerin wichtig, eine adäquate Beschäftigung in der Region zu finden. Hierbei können Kommunen und Wirtschaftsförderung unterstützen. Im Sinne der Wirtschaftlichkeit spielen für Ärztinnen und Ärzte zudem umliegende Betriebe eine wichtige Rolle: Betriebsärztliche Leistungen können ein weiteres Standbein für die Praxis bilden. Auch hier können Kommunen vermitteln.
   
Ärzte in der Region halten
Die Medizin wird weiblich - Vereinbarkeit von Familie und Beruf ermöglichen
Durch eine enge Kooperation des Klinikums mit den niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten, soll auch weiterhin intensiv versucht werden, junge Mediziner, die hier ihre Ausbildung machen, in der Region zu halten. Hierzu tragen Praktika in Praxen vor Ort ebenso bei, wie eine frühzeitige Kontaktaufnahme der Leiter des Weiterbildungsverbundes Allgemeinmedizin Coburg mit der Wirtschaftsförderung. Diese kann den zukünftigen Ärztinnen und Ärzten die möglichen Niederlassungsstandorte im Landkreis bereits während ihrer Ausbildung vorstellen und die Angebote gegebenenfalls passgenau ausrichten. Damit werden über einen längeren Zeitraum Brücken geschlagen, die den Weg zur eigenen Praxis oder zur Anstellung in einer Gemeinschaftspraxis erleichtern. Immer mehr Frauen studieren Medizin. Die wenigsten von ihnen lassen sich später jedoch mit eigener Praxis nieder, sondern arbeiten in Kliniken oder in der Forschung. Grund dafür ist die nur äußerst schwer zu bewerkstelligende Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Durch die vorgenannten Maßnahmen (Gemeinschaftspraxen, gute Rahmenbedingungen in Kinderbetreuung und Bildung etc.) kann ein Umfeld geschaffen werden, in dem Ärztinnen ihre Kinder verlässlich betreut wissen. So steigt die Chance, junge Ärztinnen in die Region zu holen.