Mobilität
 
Nahverkehrsplan als
Entscheidungsgrundlage
heranziehen
Schulzeiten mit dem
ÖPNV abstimmen
Frühzeitig Mobilitäts-
aspekte in der Kommune
berücksichtigen
Strategisches Ziel im Handlungsfeld Mobilität bleibt die Sicherstellung der Mobilität für alle Zwecke der Daseinsvorsorge. Über den Umfang, der dabei vom Bereich des ÖPNV (Öffentlicher Personennahverkehr) übernommen werden kann, ist im Zuge der Fortschreibung des Nahverkehrsplans zu entscheiden. Der Landkreis hat hier die Möglichkeit, das Angebot aktiv zu steuern und den Umfang festzulegen. Dem demografischen Wandel muss dabei mit geeigneten Anpassungsstrategien begegnet werden. Der Nahverkehrsplan dient der Vorbereitung auf einen europaweiten Vergabewettbewerb, dessen Ergebnis voraussichtlich für die Jahre 2016-2026 Umfang und Qualität des Nahverkehrs festlegt. Im Bereich Schulen muss eine enge Abstimmung der Schulanfangs- und Endzeiten mit dem Nahverkehr stattfinden, um die Nachfrage optimal steuern zu können und Wartezeiten für Schülerinnen und Schüler gering zu halten. Sollte es beim freigestellten Schülerverkehr zu einer Aufgabenübertragung auf den Landkreis kommen, ist der Mehraufwand zu berücksichtigen. Dies gilt auch, wo verstärkt Koordinierungsaufgaben für die Landkreiskommunen notwendig und sinnvoll sind. Je zentraler und gebündelter die Infrastrukturen der Daseinsvorsorge gestaltet werden können, umso kostengünstiger und schneller kann eine Nahverkehrsbedienung realisiert werden. Deshalb sollten Kommunen die Ansiedlung von Nahversorgern und sonstigen Dienstleistern auch unter Mobilitätsaspekten betrachten und in der Bauleitplanung weiterhin eine nahverkehrsgerechte Erschließung berücksichtigen.
     
Nachfrage im Freizeit-
verkehr bündeln
Barrierefreiheit
weiterentwickeln
Eigenverantwortung
fordern und fördern
Die Nachfrage im Freizeitverkehr sollte effektiver gebündelt werden. Dazu muss es möglich sein, ÖPNV- Angebote für spezifische Nachfragegruppen anzubieten. Der Senioren-Einkaufsbus oder der Partyexpress sind nur zwei Beispiele dafür. Wesentlich ist der lokale Bezug von Projekten: Alle Projekte im Landkreis, die auf kommunaler Ebene stattfinden und einen persönlichen Bezug zum Nutzer aufbauen, haben eine ausreichende Nachfrage aufzuweisen. Gleichzeitig gilt es, die bestehende Infrastruktur im öffentlichen Nahverkehr zu erhalten und punktuell weiterzuentwickeln. Hier spielt zunehmend die Barrierefreiheit eine  große Rolle. Bei Signalanlagen müssen Sehbehinderte und Blinde mit akustischen und taktilen Elementen einbezogen werden. An stark frequentierten Stellen sind Querungshilfen einzurichten. Im ÖPNV geht es unter diesem Aspekt in erster Linie um den Aus- und Umbau von Haltestellen. Auch die Bürgerinnen und Bürger selbst sind verstärkt über den Zusammenhang zwischen Wohnstandortentscheidung und verkehrlicher Erschließung zu informieren. Wer heute abseits der Hauptverkehrsachsen wohnt, muss wissen, dass das Auto dauerhaft die einzig garantierte Sicherstellung der Mobilitätsbedürfnisse ist. Wer außerhalb der Kernbereiche baut oder Bauland kauft, hat frühzeitig auch Kosten für die Mobilität in seine Kalkulation miteinzubeziehen. Gleichzeitig ist mehr persönliche Eigenverantwortung einzufordern und mit geeigneten Maßnahmen zu unterstützen. Der heutige Grad an Nachbarschaftshilfe ist zu erhalten.
     
Parkraumangebote an die Bedürfnisse der Menschen anpassen
Die alternde Gesellschaft bleibt länger selbst-ständig mobil und will so lange wie möglich selbstständig wohnen. Deshalb müssen Parkraumangebote geschaffen werden, die in unmittelbarer Nähe zu Versorgungsangeboten oder Freizeiteinrichtungen liegen und ausreichende Breiten aufweisen.