Senioren - Wohnen und Wohnumfeld
Barrierefreiheit bei
öffentlichen Baumaß-
nahmen mitdenken
Altersgerechtes Wohnen
durch Beratung fördern
Barrierefreie
Versorgungsinfrastrukturen
schaffen
Bei allen Bau- und Umgestaltungsmaßnahmen im öffentlichen Raum, beispielsweise bei Wegen, Plätzen, Überquerungsmöglichkeiten von Straßen oder Zugängen zu öffentlichen Gebäuden, sollte grundsätzlich auf Barrierefreiheit geachtet werden. Die Schaffung einer seniorengerechten Wohnumgebung geht jedoch darüber hinaus: Auch nahe Versorgungsmöglichkeiten, Behindertentoiletten, Ruhebänke usw. sind stetige Verbesserungen des Wohnumfeldes älterer Menschen Die überwiegende Wohnform des Alters ist die eigene Wohnung. Dazu ist eine altersgerechte häusliche Umgebung notwendig. Es sollte zu diesem Zweck eine Wohnraumberatungsstelle geschaffen werden, um gezielte Informationen bereitzustellen. Eine solche Stelle kann den Zugang zum Thema erleichtern und private Baumaßnahmen fördern. Um auch immobile Seniorinnen und Senioren zu erreichen, sind aufsuchende Wohnberater zusätzlich ratsam. Die barrierefreie Wohnungsgestaltung erleichtert nicht nur älteren Menschen den Alltag, sondern auch Familien, Kranken und Menschen mit eingeschränkter Alltagskompetenz. Die öffentliche Hand und die Sozialverbände sollten ihre jeweiligen Beratungs- und Einflussmöglichkeiten nutzen, um auf die Schaffung von barrierefreien Versorgungsmöglichkeiten hinzuwirken (Apotheken, Arztpraxen, Geschäfte etc.).
     
Quartierskonzepte und
„Kümmererdienste"
aufbauen
Alternative Wohnformen weiterentwickeln
Infrastruktur im
Innenort bündeln
Bestehende und neu geschaffene Wohnformen sind mit Angeboten der sozialen Teilhabe, Prävention und Versorgung sowie den dazugehörigen Infrastrukturen vor Ort zu verknüpfen. Die Integration in kleinräumigen Wohngebieten festigt soziale Netzwerke und Nachbarschaftshilfe. Außerdem stärkt sie das selbstständige Wohnen durch Hilfs- und Gemeinschaftsangebote. Die Koordination, die Initialisierung und Organisation von trägerübergreifenden, bedarfsgerechten Angeboten benötigen eine kommunale Beratung und Unterstützung („Kümmerer"). Sie sollen gleichzeitig schnelle und effiziente Hilfestellung sowie eine dezentrale und unbürokratische Beratungsmöglichkeit für alle Bürgerinnen und Bürger bieten. Um zukünftige Wohnbedürfnisse zu erfüllen, sollten alternative Wohn- und Versorgungsangebote gefördert werden; darunter fallen beispielsweise ambulant betreute Wohngemeinschaften/Wohngruppen als Alternative zur stationären Unterbringung. Derartige Konzepte können auch von nicht-institutionalisierten Akteuren getragen werden. Engagierte Bürgerinnen und Bürger, Angehörige und Pflegepersonal wirken hier zusammen. Die bestehenden Beratungsangebote des Aufgabenbereichs Senioren im Landratsamt sollten weiter ausgebaut werden, um bei der Planung und Qualitätssicherung eben solcher Angebote effektiv unterstützen zu können. Die Ausweisung von Bauflächen, die nicht zum Siedlungsbereich der Stadt oder der Gemeinde gehören („grüne Wiese") sollte eingeschränkt werden. Diese Empfehlung ist von langfristiger Bedeutung, da gerade die Randlagen infrastrukturelle Defizite aufweisen, die in Zukunft noch schwerer auszugleichen sein werden. Auch die derzeit dort lebende - meist jüngere - Bevölkerung altert und wird langfristig die im Alter notwendigen Einrichtungen der Daseinsvorsorge nicht vorfinden.